Filme über Frauen, die ihre Konflikte überwinden und ihre eigenen Wege aus der Krise finden, sind derzeit sehr gefragt. Für das Publikum dieser Filme ist der nachfolgend zusammengefaßte Stoff entworfen worden:
Geigenspiel oder Die Geigenprinzessin erzählt von der neu erwachenden Liebe zwischen Maria Kühn und Sebastian Mertens.
Sebastian (34) ist frisch geschiedener, alleinerziehender Vater und Lokalreporter bei einer Erlanger Tageszeitung. Maria studiert Musik und gilt als hochtalentierte Geigensolistin. Maria verheimlicht aus Angst vor der Regenbogenpresse in der Wahlheimat Erlangen, daß sie eine Adelige der Familie von Kühn und Zollern aus Starnberg ist. Durch das Zusammentreffen mit Sebastian erwacht Maria langsam aus der Lethargie, in der sich ihr Leben nach dem Unfalltod ihrer Eltern abspielte. Ihr Freund Ralf war ihr in den albtraumgequälten Nächten keine Hilfe; was Maria dazu führt, die Beziehung mit Ralf zu beenden. Maria träumt immer wieder davon, in eine tiefe Schlucht zu stürzen. Durch die Liebe zu Sebastian und der Freundschaft mit dessen elfjähriger Tochter Nicole erwachen zwar ihre Lebensgeister neu, aber die Albträume finden ihre Fortsetzung. Und somit schafft sie es auch nicht, ihr Geigenspiel wieder aufzunehmen, das sie nach dem Tod der Eltern aufgab.
Sehr zum Leidwesen ihrer Schwester Stefanie (29). Stefanie ist das burschikose Gegenteil ihrer Schwester Maria, mit der sie nicht nur durch die Verwandtschaft, sondern auch durch eine tiefe Freundschaft verbunden ist. Stefanie liebt das Künstlerische an ihrer Schwester, steht selbst aber mit beiden Beinen auf dem Boden, kümmert sich um ihre Stallungen und assistiert dem Onkel bei den Geschäften, die Maria gar nicht interessieren. Der Familie Kühn und Zollern gehören ein Schloß in Starnberg und ein Konzern unterschiedlichster Unternehmensbeteiligungen, der von Marias und Stefanies herzkrankem Onkel Maximilian geführt wird – ganz so, wie Marias und Stefanies Vater es in seinem Testament verfügt hat. Max (66), der sich erst nach und nach um das verzweigte Firmenkonglomerat kümmern kann, kann mit der Musik von Maria nichts anfangen und fordert mit seinem sarkastisch-bayerischen Charme, daß Maria doch aus Kostengründen bitte gleich mit der Musik aufhören möge. Maria jedoch hat nur noch Sebastian im Kopf. Ein von Stefanie trickreich arrangiertes Date gibt der Liebesbeziehung einen ersten Anstoß in die richtige Richtung.
Sebastian recherchiert mit seinem Freund und Fotograf Domenico Pecoraro in einer Sache, die historische Geigenmanufaktur Erlangens betreffend. Domenico (27), als charmanter, lebenslustiger Italiener den Frauen sehr zugetan, wohnt seit vier Monaten mit Sebastian und dessen kleinen Tochter Nicole in einer WG zusammen. Er ist sehr um das Liebesleben des Freundes besorgt. Ganz im Gegenteil zu seinem eigenen, das keine Frau der Stadt auszulassen scheint. Zumindest sieht es so aus. Domenico freut sich darüber, daß Maria und Sebastian ein Paar werden. Jede freie Minute verbringen die Zwei plus Nicole zusammen.
Doch tagsüber muß sich Sebastian den Recherchen um die Geigenbaumanufaktur stellen. Diese ist ein Traditionsbetrieb und soll aus Rentabilitätsgründen geschlossen werden. Sebastian ist persönlich betroffen, denn sein Vater Hans Mertens ist dort seit 40 Jahren Geigenbaufachmann. Nur allzuoft hört Sebastian von Hans (67), welcher Zauber und welche Magie in den Instrumenten stecken, wenn sie mit Liebe und Respekt hergestellt worden sind. Sebastians und Domenicos Chefredakteurin, Azita Bressot (37), Typ Karrierefrau, ermahnt Sebastian, sich bei seiner Berichterstattung nicht von der drohenden Arbeitslosigkeit seines Vaters leiten zu lassen. Dieser könnte zwar auch in Pension gehen, aber seine leidenschaftliche Verbundenheit mit dem jahrzehntelangen Arbeitsplatz läßt Hans unter der Situation genauso leiden, wie seine jüngeren Kollegen. Man weiß in der Redaktion nur, daß die Geigenbaumanufaktur einer Adelsfamilie und deren Holding gehören soll; hinter deren Identität kommen Sebastian und Domenico vorerst nicht.
Sebastian verabscheut das reiche Pack, das seine Entscheidungen nur vom Profit geleitet trifft und sich nicht für die Schicksale der davon betroffenen Menschen interessiert. Domenico hilft Sebastian dabei, sich die besitzergreifende Azita Bressot vom Leibe zu halten. Azita nutzt die Termine im Rahmen der Berichterstattung um die Geigenmanufaktur, sich wieder an Sebastian heranzumachen. Schon früher hatten sie, sehr zum Mißfallen von Sebastians Tochter Nicole, eine Affaire.
Als Maria feststellt, daß die Geigenmanufaktur, die Sebastian so sehr beschäftigt, ihrer Familie gehört, setzt sie alles daran, ihre Schwester Stefanie und ihren Onkel Maximilian dazu zu überreden, daß die Firma erhalten bleibt. Stefanie schwankt zunächst in ihrer diesbezüglichen Meinungsfindung; Onkel Maximilian ist völlig dagegen. Er will die Schließung und den Abriß der Geigenmanufaktur, um auf dem stadtnahen Grundbesitz ein Einkaufszentrum zu bauen. Er wisse sowieso nicht, weswegen Marias verstorbener Vater diese Firma gekauft habe. Wenn, dann nur aus Liebe zu Maria, anstatt aus Profitgründen. Aber da Maria nicht mehr Geige spiele, spiele das nun ja nun keine Rolle mehr.
Maria entwickelt aus Angst darum, Sebastian zu verlieren, viel Eigeninitiative, um sich Rettungskonzepte für die Geigenbaumanufaktur zu überlegen. Sie spricht mit ihren Studienkollegen, sucht nach neuen Vertriebswegen, geht auf das Bauamt und findet sogar einen Weg, ein modernes Einkaufszentrum mit der Herstellung der alten Geigen in Einklang zu bringen. Die Gläserne Geigenbaumanufaktur scheint geboren. Doch als Sebastian Marias Geige entdeckt, kommt es zu einem ersten Knick in der Beziehung des jungen Paares. Maria weicht seinen Fragen standhaft aus. Domenico findet im Internet heraus, daß Maria indirekt Anteilseignerin der Holding ist, zu der auch die Geigenmanufaktur gehört. Aus dem WorldWideWeb zieht er im Rahmen seiner Recherchen Material, das die Herkunft Marias eindeutig belegt. Es handelt sich um Zeitungsberichte vom Tod von Marias und Stefanies Eltern. Doch Domenicos Entdeckung bleibt nicht unbemerkt.
Azita jedoch findet die Ausdrucke der Zeitungsberichte und versucht Maria mit dem von Domenico entdeckten Wissen zu erpressen. Sie will ihren Platz an Sebastians Seite zurück. Auch wenn Nicole, Sebastians Tochter, schon angesichts der simplen Vorstellung, Azita ertragen zu müssen, verrückt spielt. Mit Maria dagegen versteht sich Nicole gut. Maria gibt der Erpressung Azitas nicht nach. Daraufhin arrangiert Azita eine Pressekonferenz, die das Geheimnis um Maria vor den Augen des Fernsehens, in Anwesenheit Sebastians und vor der aufgebrachten Belegschaft der Geigenmanufaktur, lüftet.
Die Stimmung eskaliert. Maria flüchtet vor den Arbeitern. Es kommt zum Bruch zwischen Maria und Sebastian. Sebastian fühlt sich betrogen. Auch von Domenico, der seinen Freund Sebastian nicht mehr von seinem Fund im Internet unterrichten konnte. Maximilian erleidet angesichts der Übertragung einen Herzinfarkt. Stefanie verständigt Maria. Maria eilt zu ihrem Onkel nach Starnberg ans Krankenbett. Der übergibt die Geschäftsführung der Holding endgültig an Stefanie und dokumentiert das mit der Übergabe des Familiensiegelringes an seine Nichte. Damit scheint das Überleben der Geigenmanufaktur gesichert.
Derzeit kriselt es weiter zwischen Sebastian und Domenico. Dieser erkundigt sich bei Marias Professor nach weiteren Hintergründen. Er will unbedingt wieder mit Sebastian ins Reine kommen. Azita hat derweil Marias Abwesenheit genutzt und Fortschritte bei Sebastian gemacht. Als es zum Äußersten zu kommen scheint, schaltet sich die kleine Nicole ein, um Maria und Sebastian wieder zusammenzuführen. Maria und Stefanie reisen Dank Nicoles Initiative frühzeitig von Starnberg nach Erlangen zurück. Dort präsentieren sie auch ihr Sanierungskonzept für die Rettung der Geigenbaumanufaktur. Was auch Sebastian milder stimmt. Hans, Sebastians Vater, blüht angesichts der guten Nachricht regelrecht auf. Nach einem Eklat in einem Burgerrestaurant, bei dem Azita ihr wahres Wesen offenbart, gewinnt Maria Sebastians Sympathien zurück. Er bereut seine ablehnende Haltung und verschickt über den Redaktionscomputer hunderte von SMS, in denen er sich dazu bekennt, Maria zu lieben. In der SMS bittet er alle Empfänger, diese an Marias Handynummer weiterzuleiten, damit sie von allen Seiten erfahre, wie sehr er sie lieben würde. Maria ist überglücklich. Auf einem Versöhnungsspaziergang entlang einer Schleuse jedoch brechen ihre Albtraum-Ängste auf.
Sebastian erfährt, wie Marias Eltern ums Leben gekommen sind. In einer waghalsigen Aktion balanciert er mit Maria über eine Schleusenquerung (Rohr, Steg, Brücke, Überführung), um ihre Ängste zu nehmen. Rechts und links nur tödliche Tiefe. Doch Maria lernt, Sebastian zu vertrauen, und als sie den gefährlichen Spaziergang heil überstanden haben, fallen alle Ängste von Maria ab. Sie beschließt mit ihrer Schwester Stefanie, Sebastian auf ganz besondere Weise zu danken. Doch als alles gut zu werden scheint, bricht in der Geigenmanufaktur ein Feuer aus. Kann Sebastian seinem Vater das Leben retten? Oder kommt Maria in den Flammen um?
31.08.07