Zu Beginn seines sechsten Regierungsjahres gründete Echnaton eine neue Hauptstadt in Mittelägypten. Dies vor allen Dingen deswegen, weil die Präsenz der alten Gottheit Amun mit ihren mächtigen Tempeln bzw der Hohepriesterschaft Echnaton ein Dorn im Auge war. Ihr Name: Achetaton, heute Tell-el-Amarna.
Echnaton wollte eine Erneuerung der Religion, neue Tempel und unberührten Boden für seinen Gott Aton; deswegen kam nur der Bau einer neuen Hauptstadt in Frage; etwa 380 km nördlich von Theben. Auf einer dreizehn mal fünf Kilometer großen Halbkreisebene entstanden kleine, aber prachtvolle Bauten.
Die Stadt für etwa 40.000 Einwohner wurde in kürzester Zeit errichtet. Echnaton führte eine neue Bauweise ein und verwendete kleine Kalksteinziegel. Diese sollten zur schnelleren Fertigstellung führen.
Rekonstruktion 
Besonders beeindruckend ist die Nord-/Südachse der Stadt, die – ähnlich der Ost-/Westachse Berlins – eine wichtige Rolle bei repräsentativen und religiösen Anlässen spielen sollte. An ihr auch der Palast Echnatons, der eine Front von 270 m hatte. Neben dem Palast des Pharao wurde eine kleine Residenz des Königs gebaut, die vom Palast aus über eine Ziegelsteinbrücke zu erreichen war und die ein Erscheinungsfenster hatte, in dem das Herrscherpaar sich bei festlichen Anlässen dem Volke zeigte. Dies ist in unserer Rekonstruktion deutlich zu erkennen.
Echnaton ergreift in unserem Film das Wort und erklärt den Tempel, der fast kein Dach auf seinen Mauern trage, weil der Himmel selbst der Tempel sei, der Aton gehöre. Er erklärt, wie die Wohnviertel angeordnet werden und dass dies alles auf den Plänen von Thutmosis und Hataiy, dem Architekten, beruhe. Während Echnaton in unserem Film seine Pläne voller Stolz ausführt, erntet er von seinen Gegnern nur Verachtung: Diese bezeichnen Achetaton als schlichte Gotteslästerung. Doch Echnaton lässt sich davon nicht beeindrucken und erklärt die Lage der Gebäude. Er zeigt auf die im Norden der Stadt geplanten Regierungsbauten, die Verwaltungsgebäude für den Rat und die Polizei, das Schatzhaus und das Amt für Ausländerangelegenheiten. Büros, Verwaltung – es gibt nichts, was es auch in heutigen Zeiten an Gebäuden gegeben hätte.
Palastentwurf 
Echnaton geht auch gezielt auf die Planungen ein, die die Mitglieder des Hohen Rates betreffen. Er beschreibt den Atontempel, an dessen Eingang sich zwei Ziegeltürme erheben, die dem traditionellen Pylon entsprechen sollen. Der Zugangsweg führe zum Haus der Freude. Durch eine Säulenhalle und mehrere, aufeinanderfolgende unbedeckte Höfe erreiche man den Kern des großen Tempelgebäudes, der Gem-Aton genannt werde (Aton ist gefunden). Nur dieser Kern habe ein Dach; für die anderen Räume gelte, daß der Himmel selbst das Dach des Tempels markiere.
Im nördlichen Stadtviertel werden seinen Worten nach Händler angesiedelt; Amtsstuben, kleine Läden, der Kanal zum Nil mit den Anlegestellen, aber auch der Große Palast des Königs mit klarer Trennung von der Stadt. Dort solle – wie gesagt, geführt von Norden nach Süden – die Hauptstraße beginnen, auch am Palast der ältesten Königstochter vorbei hin zu den Villen im Südteil der Stadt, der für die hohen Beamten vorgesehen sei. Und es werde auch ein Grabmal für die kleine Maketaton geben, fügt er hinzu; ebenso, wie ein neuer Reichsfriedhof in den Bergen an der Ostseite der Stadt.
Die Wohnhäuser für die Beamten sollen jeweils über ein großes Foyer verfügen, um das herum zahlreiche Räume angesiedelt seien. In quadratischen Grundrissen; alles umgeben von prachtvollen Gärten.
Aber Echnaton vergisst auch nicht, das Handwerkerdorf mit seinen kleinen, den Wohnräumen vorgelagerten Werkstätten zu erwähnen. Echnaton schließt seinen Vortrag im Film mit dem Hinweis auf die Beobachtungsstation am Großen Palast, von der aus die Gemahlin des Königs den jeden Tag wiederkehrenden Sonnenaufgang mitverfolgen kann. Nofretetes Anliegen war es tatsächlich, den Bürgern dieser Stadt ein Leben in Wohlstand und ohne Not zu bereiten. Sie kümmerte sich aktiv um die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die Palast- und Tempelbauten wiesen tatsächlich eine luxuriösere Dekoration und Ausstattung auf, als diejenigen in Theben.
Dies zeigt, daß die Vision des Pharao Echnaton von einer eindrucksvollen und zukunftsweisenden Stadt auch Eingang in unser Filmprojekt gefunden hat. Die Stadt Achetaton sollte für die Ewigkeit bestehen, doch kaum zwanzig Jahre nach der Gründung und nur kurze Zeit nach Echnatons Tod, wurde sie aufgegeben. Der Aufbruch kam plötzlich und unerwartet, denn nachweislich wurde bis zum letzten Tag an Achetaton gebaut.
Doch die Rückkehr zur Gottheit Amun ließ keine andere Entscheidung zu. Als letzte Handlung in Achetaton wurden die Bildnisse Atons, Nofretetes und Echnaton zerstört. Wüstensand deckte die Ruinen der Stadt für Jahrhunderte zu. Von den Bauten der lange Zeit vergessenen Hauptstadt sind nur wenige Überreste und Fundamente übrig geblieben. Auch die Büste Nofretetes wurde dort gefunden. Nofretete – unser Projekt – belebt den Zauber von Achetaton neu!